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Sprechblase

Ist die Freiheit grenzenlos?

Mit dem Begriff «Freiheit» sind wir schnell zur Hand. Sie dünkt uns in jedem Fall erstrebenswert. Doch was ist Freiheit genau? Eine nie zu stillende Sehnsucht? Ein Zustand?

Setze Dich einmal für einen Moment hin und schreibe auf einem Blatt Papier nieder, was für Dich das Wort «Freiheit» bedeutet. Ich habe dies gemacht und muss feststellen, dass es schnell viel grössere Kreise zieht, als ich mir eigentlich gedacht habe.

Ich habe mir Begriffe wie Liebe, Reisen / Fliegen, Wärme, Luft und Raum, Zeit, Wahlfreiheit, Unabhängigkeit, Entscheidungen, «sein»-lassen, Glück, keine Grenzen (mental & physisch), Geld und Horizont notiert.

Wir ordnen Begriffen scheinbar klare Bedeutungen zu. Doch wie individuell Begriffe für jeden einzelnen von uns sein können, stelle ich beispielsweise nur schon am Wort «Wärme» fest. Für mich bedeutet eine warme Lufttemperatur mehr Leben, dynamisches Zusammenspiel zwischen Menschen, in der Stadt und auf dem Land, gemeinsame Feste, Gartenrestaurant, einen Spaziergang oder gemütliches Beisammensein am See, dies nur, um einige Beispiele zu nennen.

Mit der «Freiheit» verhält es sich ebenso. Und dabei wird mir bewusst, dass Grenzen – das eigentliche Gegenteil von «Freiheit» – durch das eigene Verhalten und das eigene Denken gesetzt werden. Wie oft denken wir «Das kann ich nicht» oder «Das wird sowieso nicht funktionieren»? Erinnere Dich einmal zurück, wann Du mit offenem Herzen gefühlt und klarem Gedanken gedacht hast: «Toll, das wird klappen!» oder «Das wird ganz bestimmt funktionieren!».

Warum begrenzen wir immer wieder selber unsere eigene Freiheit? Warum steuern wir durch unsere eigenen Gedanken die Grenzen unserer eigenen Freiheit?

Wir begrenzen unsere Freiheit quasi prophylaktisch. Wir rechtfertigen vorauseilend ein etwaiges Scheitern mit imaginierten Grenzen.

Zum Beispiel mit der Geldfrage. Wir denken: Hätten wir mehr Geld, könnten wir uns dies und das leisten. Aber stell Dir einmal vor: Du hättest so viel Geld, wie Du Dir nur wünschen könntest und noch ein bisschen mehr. Stell Dir weiter vor, Du kannst Dir mit diesem Geld alles kaufen, was Du für Deine Freiheit «benötigst».

Wie sieht es jetzt aus? Bist Du wirklich frei? Bist Du nun unabhängig? Wird Dein Eigenwert durch das Geld gesteigert? Kannst Du Dir den Raum und die Zeit erkaufen, um unabhängig zu sein? Kannst Du Dir mit all deinem Geld die Liebe erkaufen, nach der Du Dich sehnst?

Natürlich, das Geld unterstützt und begleitet uns in unserem Leben, das steht nicht zur Diskussion. Aber Geld und der ständige Gedanke daran begrenzen uns auch, vielmehr: damit begrenzen wir uns selber.

Die Liebe kannst Du Dir nicht erkaufen, das ist bekannt. Denn die Währung, die wirklich zählt, ist «Zeit». Wie wäre es deshalb, wenn du schon heute damit beginnen würdest, Dir Zeit zu nehmen? Erst die Zeit und das sich Zeit nehmen gibt Dir Freiheit. Die Zeit lässt Grenzen überschreiten und Mauern niederreissen. Nimm Dir also die Zeit, mit Deinem besten Freund, Deiner besten Freundin zu telefonieren. Oder nimm Dir Zeit für Dich, für Dich ganz alleine. Für eine Tasse Kaffee am See oder in Deinem Lieblingsrestaurant, für ein Kapitel in einem spannenden Buch, oder für einen Spaziergang in der Natur – ohne Smartphone. Nimm Dir die Zeit für Deine Freiheit – jetzt!

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